Greifswalder Gedanken: Woche 2 – Die Zukunft der Kirche?


Auch diese Woche habe ich viele neue Impulse bekommen. Unter anderem Gedanken über die Zukunft der Kirche.

Am Mittwoch war ich am Nachmittag in Stralsund. Unter anderem habe ich dort die Marienkirche besichtigt. Vor dem Nordportal, dem ehemaligen Haupteingang der Kirche, wurde in Zeiten der DDR ein russisches Denkmal gesetzt. So wurde diese Haupteingang „versperrt“. Ein bewusster Affront gegen die Kirche.

Die antikirchliche Politik dieser Zeit (aber noch mehr, die nur oberflächliche Religiosität zuvor – so hat die katholische Kirche im benachbarten Polen, dem Sozialismus besser getrotzt) hat Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Im Nordosten Deutschlands ist die Konfessionslosigkeit der Normalfall. Wer zur Kirche gehört, ist ein Aussenseiter. Die Kirche wird kleiner, älter, ärmer und verliert an Einfluss. Nicht nur im Nordosten Deutschlands.

In der Vorlesung bei Michael Herbst über „Missionarische Kirchen- und Gemeindentwicklung“ ging es heute darum, welche Konsequenzen aus der Lage der Kirche gezogen werden kann. Dabei hat Prof. Herbst vier „Nicht“ formuliert:

  1. Nicht undankbar: Es gibt trotz allem Grund zum Dankbar sein. Gutes, das läuft.
  2. Nicht unrealistisch: Die Lage soll aber nicht schön geredet werden, so wie alles gut sei.
  3. Nicht resigniert: Es geht sowieso alles bachab. „Kein Aufbruch droht.“
  4. Nicht überheblich: Wenn man nur das richtige macht, kommt schon gut.

Besonders angesprochen hat mich das Zitat von Graham Tomlin:

„We need to forget survival. The purpose is not to save the church. A church that is interested in its survival, is doomed, it is likely to die. Then we have lost our purpose.“

So schnell dreht sich alles darum, wie unser Gemeinde möglichst gut weiterbestehen kann. Dieses Denken ist sündig. Es geht nicht um Erhaltung einer Struktur, sondern um eine Mission von Gott. Die Kirche soll ein Segen für die ganze Welt sein. Aus diesem Zweck folgt die Strategie und diese gibt die Struktur vor. Wehe, wenn wir statt über den Zweck, nur noch über die Struktur sprechen.

Neben dem Studieren geniesse ich auch die schöne Umgebung. Hier ein Bild am Ryck in Greifswald, etwa um 23.00 Uhr.

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