Mai 9, 2008
Habe beim Vorbereiten einer Predigt hier diese Geschichte gefunden:
Ein Jude kommt zum Rabbi. “Rebbe, es ist entsetzlich. Gehst du zu einem Armen - er ist freundlich, er hilft dir, wenn er kann. Gehst du zu einem Reichen - er sieht dich nicht einmal. Was ist das nur mit dem Geld?’”
Da sagt der Rabbi: “Tritt ans Fenster! Was siehst du?”
“Ich sehe eine Frau mit einem Kind an der Hand. Ich sehe einen Wagen. Ich sehe…”
“Gut”, sagt der Rabbi, “und jetzt stell dich hier vor den Spiegel! Was siehst du?”
“Nun, Rebbe, was werd’ich sehn? Nebbich, mich selber.” Darauf der Rabbi: “Siehst du, so ist es. Das Fenster ist aus Glas gemacht, und der Spiegel ist aus Glas gemacht. Kaum legst du ein bißchen Silber hin- ter die Oberfläche - schon siehst du nur noch dich selber!”
So schnell macht uns das Geld Ichbezogen und habgierig nach noch mehr. Wohl deshalb schreibt Paulus:
Darum tötet, was irdisch an euch ist: die Unzucht, die Schamlosigkeit, die Leidenschaft, die bösen Begierden und die Habsucht, die ein Götzendienst ist. (Kol 3, 5 EÜ)
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Verfasst von toom80
Dezember 6, 2007
Christian Möller schreibt in seiner Einführung in die Praktische Theologie:
«Beide Erlebnisse [jüdischer und orthodoxer Gottesdienst, t.o.] brachten mich zur Frage, ob es (sic!) für uns Protestanten vielleicht deshalb die Spiritualität der Predigt so wenig erfahrbar wird, weil sie das ganz normale Pfichtpensum für uns geworden ist, das wir auf jeden Fall erwarten und oft genug wie ein notwendiges Übel erleiden.»
DAS Zentrale Erlebnis unseres Gottesdienstes ist die Predigt. Oft habe ich das Gefühl, der Rest ist nur so ein notwendiger Rahmen (Begrüssung, Lobpreis, etc.), der zu der Predigt hinführen soll. Möller beschreibt in seinem Buch zwei Erlebnisse, in einem jüdischen und einem orthodoxen Gottesdienst, bei denen er erlebt hat, wie sich die Menschen auf die Predigt freuten, da es für sie mehr eine Ausnahme und nicht wöchentlicher Pflichtkonsum war.
Muss jede Woche eine Predigt sein? Wäre es nicht besser, andere Formen des Gottesdienstes (Lobpreis, Gebet, Abendmahl, …) auch mal mehr in den Mittelpunkt zu stellen?
Ich glaube, dass die Verkündigung des Wort Gottes eine grosse Kraft hat und dass sie enorm wichtig ist. Deshalb ist Predigt enorm wichtig. Aber ein Gottesdienst soll nicht nur aus Predigt bestehen. Dazu kommt, dass wir Menschen gar nicht in der Lage sind, jeden Sonntag so viele (frontal Vermittelte) Lehre aufzunehmen.
Ich bin auf der Suche nach ergänzenden Wegen, wie Gottes Wort vermittelt werden kann. Auf eine Art vermittelt, bei der nicht (nur) frontal gepredigt wird, sondern eine Art wo lehren und lernen eine Einheit bilden. Nicht ein Pastor der lehrt und die Gemeinde lernt, sondern ein miteinander lernen (und lehren).
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Verfasst von toom80
November 2, 2007
In meiner Gemeinde haben wir momentan ein Seminar zum Thema “Hörendes Gebet” mit Mut zur Gemeinde. Am ersten Tag bekamen wir den Auftrag, uns in der nächsten Zeit Gedanken über einen Namen von Gott (oder Jesus) zu machen.
Auf der Liste der Namen stach mir gerade “Jesus die Tür” ins Auge. Was bedeutet es für mich, dass Jesus meine Tür ist? In Joh 10, 9 nennt sich Jesus die Tür: Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.
- Jesus ist die Tür die Rettung bringt. Jesus als meine Tür heisst, dass ich durch das, was er für micht getan hat gerettet bin.
- Eine Tür gibt Sicherheit. Wenn Jesus unsere Tür ist sind wir in Sicherheit. Vertraue ich Jesus als dem Türwächter? Bin ich bei ihm in Sicherheit?
- Eine Tür kann auch negativ sein, z. B. eine Gefängnistür. Aber wenn wir bei Jesus durch die Türe gehen, sind wir nirgends eingesperrt. Jesus will mich nicht im Stall einsperren. Jesus will, dass wir ein- und ausgehen und nicht einfach im Stall bleiben. Wir sollen Weide finden. Aber die Tür ist für uns immer offen und gemäss Offb 3, 8 kann diese Tür von niemandem verschlossen werden.
- Ich bin nicht im Stall eingeschlossen. Ich darf auch auf die weite Weide gehen. Nur mache ich das? Oder bin ich so fest an die Sicherheit und den lieblichen Geruch unseres christlichen Stalles gewohnt? Habe ich Angst vor den Gefahren, die auf der Weide (Welt) lauern? Hier darf ich darauf vertrauen, dass der gute Hirte mich auf der Weide beschützt und dass der Stall für mich immer offen ist!
- Eine Türe öffnen heisst den Weg bereiten. Jesus will mir den Weg bereiten, den ich gehe. Er wird mir Türen öffnen und andere vielleicht auch schliessen. Auch Paulus berichtet an verschiedenen Stellen, dass er für offene Türen für seine Arbeit betete. Ich will mich darauf verlassen, dass mir Gott die richtigen Türen öffnet und mich führt. Gerade momentan bin ich darauf angewiesen, dass Gott mir die richtige Tür zeigt.
An heute Morgen hat mich die folgende Bibelstelle erinnert: Die Tür dreht sich in der Angel und der Faule in seinem Bett. (Spr 26, 14)
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Verfasst von toom80
Oktober 22, 2007
Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
(Lukas 2, 36 - 3
Nur Lukas berichtet von der Prophetin Hanna. Es fällt auf, dass Einzelschicksale Lukas mehr interessierten als die anderen Evangelisten. Über Hanna erfahren wir in diesem kurzen Bericht einiges:
- Hanna war bereits eine sehr alte Frau. Wie alt sie war, ist nicht ganz klar. Die meisten Bibelübersetzungen geben ein Alter von 84 Jahren an. Nur die Gute Nachricht und Theodor Zahn (Kommentar zum Lukasevangelium) gehen davon aus, dass sich die 84 Jahre auf ihre Witwenschaft beziehen. Somit wäre sie, auch wenn sie schon mit 15 geheiratet hätte und 7 Jahre verheiratet war, schon 106 Jahre alt.
- Hanna lebte in einer für Israel schwierigen Zeit. Ca. 64 v. Chr. wurde Jerusalem von den Römern durch Pompejus erobert. Durch diese Eroberung endete die Herrschaft der Hasmonäer (welche Israel im makkabäischen Freiheitskampf von der fremden Herrschaft befreiten). Für die frommen Juden war die Eroberung durch die Juden ein Gräuel, vor allem weil Pompejus in Jerusalem den Tempel bis in das Allerheiligste betrat und ihn somit entweihte.
- In diese schwierigen Zeit für Israel, lebt Hanna als Witwe, da ihr Mann schon nach 7 Jahren Ehe starb. Witwen hatten in dieser Zeit einen schwierigen Stand. Sie waren darauf angewiesen, dass die Juden die Gebote Gottes hielten und ihre Witwen gut versorgten.
- Hanna diente nach dem Tod ihres Mannes im Tempel. Je nachdem welches Alter man annimmt zwischen ca. 60 - 84 Jahre. Der grösste Teils ihres Lebens war sie im Tempel und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
- Hanna wird eine Prophetin genannt. Ich denke nicht weil sie grosse prophetische Reden im Tempel hielt, sondern weil sie einen prophetischen Lebensstil hatte und weil sich Worte von ihr als Prophetien erwiesen. Hanna hatte eine sehr enge Beziehung zu Gott und hörte deshalb das Reden Gottes.
- Wie vorher Simeon erkannte auch Hanna: Dieses Kind ist der verheissene Messias. In den vielen Jahren im Tempel hoffte und flehte sie zu Gott, damit er das Volk und Jerusalem bald erlösen möge.
- Als Hanna das Kind sah, behielt sie die gute Botschaft nicht für sich. Sie erzählte allen, die sich nach der Erlösung Jerusalems sehnten von diesem Kind.
Auch für uns heute soll Hanna ein Vorbild sein.
- Erstens im Durchhalten und geduldig sein. Hanna war wie die Witwe im Gleichnis von Jesus in Luk 18. Sie war seit Jahren am Beten und Fasten. Haben auch wir soviel Geduld und Durchhaltewillen beim Beten und Fasten? Oder muss Gott für uns alles sofort machen?
- Zweitens ist Hanna ein Vorbild, wie sie die gute Botschaft weitergab. Hanna erzählte allen, die sich nach dem Messias sehnten vom Jesuskind. Bin ich auch bereit, den Menschen die Sehnsucht nach Erlösung haben vom Erlöser zu erzählen?
- Drittens: Auch beeindruckend für mich ist, wie Hanna trotz ihres Alters und trotzdem dass sie als Witwe eine Aussenseiterin war, das Beste aus ihrer Situation machte.
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Verfasst von toom80
September 29, 2007
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. (Jes 9, 1)
Mit dem Volk im finsteren Lande spricht Jesaja die Stäme Sebulon und Naphathali in Galiläa an. Diese beiden Stämme hatten sehr viel Finsternis bei sich. Immer wieder wurde ihr Stammgebiet von feindlichen Heeren angegriffen. Sie mussten in einer steten Angst leben. Ebenfalls lebten im Gebiet von Galiläa viele Heiden. Die Menschen in Galiläa vermischten den jüdischen Glauben mit heidnischen Elementen. So nannten die Juden diese Gebiet verächtlich das Galiläa der Heiden.
Gerade in dieses verachtet und verlorene Galiläa kommt als erstes das grosse Licht. Matthäus schreibt, im Mt 4, 12f dass durch Jesus diese Prophetie von Jesaja erfüllt wurde. Jesus ist das grosse Licht. Aus der Finsternis macht Jesu Licht.
Auch ich habe in meinem Leben Bereiche, in denen Finsternis herrscht. Dies können Sorgen, Zukunftsängste, Krankheiten, Mangelerscheinungen etc. sein. Auch Finsternis sind Sünden, die ich immer wieder mache. Aber auch für uns heute gilt: Jesus hat die Finsternis überwunden. Er will mit seinem Licht in unser Leben komme. Wir dürfen ihm alles hinlegen, was bei uns noch in der Finsternis ist. Er vergibt und hilft ein Leben im Licht zu führen. (Vergl. dazu: Eph 5, 1f)
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Verfasst von toom80