Predigt als Pflicht?!

Dezember 6, 2007

Christian Möller schreibt in seiner Einführung in die Praktische Theologie:

«Beide Erlebnisse [jüdischer und orthodoxer Gottesdienst, t.o.] brachten mich zur Frage, ob es (sic!) für uns Protestanten vielleicht deshalb die Spiritualität der Predigt so wenig erfahrbar wird, weil sie das ganz normale Pfichtpensum für uns geworden ist, das wir auf jeden Fall erwarten und oft genug wie ein notwendiges Übel erleiden.»

DAS Zentrale Erlebnis unseres Gottesdienstes ist die Predigt. Oft habe ich das Gefühl, der Rest ist nur so ein notwendiger Rahmen (Begrüssung, Lobpreis, etc.), der zu der Predigt hinführen soll. Möller beschreibt in seinem Buch zwei Erlebnisse, in einem jüdischen und einem orthodoxen Gottesdienst, bei denen er erlebt hat, wie sich die Menschen auf die Predigt freuten, da es für sie mehr eine Ausnahme und nicht wöchentlicher Pflichtkonsum war.

Muss jede Woche eine Predigt sein? Wäre es nicht besser, andere Formen des Gottesdienstes (Lobpreis, Gebet, Abendmahl, …) auch mal mehr in den Mittelpunkt zu stellen?

Ich glaube, dass die Verkündigung des Wort Gottes eine grosse Kraft hat und dass sie enorm wichtig ist. Deshalb ist Predigt enorm wichtig. Aber ein Gottesdienst soll nicht nur aus Predigt bestehen. Dazu kommt, dass wir Menschen gar nicht in der Lage sind, jeden Sonntag so viele (frontal Vermittelte) Lehre aufzunehmen.

Ich bin auf der Suche nach ergänzenden Wegen, wie Gottes Wort vermittelt werden kann. Auf eine Art vermittelt, bei der nicht (nur) frontal gepredigt wird, sondern eine Art wo lehren und lernen eine Einheit bilden. Nicht ein Pastor der lehrt und die Gemeinde lernt, sondern ein miteinander lernen (und lehren).


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