Die 10: Lass Gott Gott sein!

Oktober 6, 2009

Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.

So lautete das zweite Gebot in der Einheitsübersetzung (2 Mo 20, 4 – 6). Das Bilderverbot ist eines der umstrittensten Gebot. Nach katholischer und lutherischer Zählweise ist es gar kein eigenes Gebot sondern gehört noch zum ersten Gebot. Die jüdische Zahlung wiederum fasst das reformierte 1. + 2. Gebot zusammen.

Wenn wir die Erläuterung dieses Gebots lesen, sehen wir dass es sehr eng mit dem 1. Gebot zusammenhängt. Auch beim zweiten Gebot geht es um falschen Gottesdienst. Während es im ersten Gebot darum geht, dass Gott keine Konkurrenz duldet und er unser einziger Gott sein will, geht es hier darum, dass wir Gott selbst nicht zu einem Götzen machen.

Dieses zweite Verbot verbietet es uns, Gott in ein Bild zu pressen. Gott unterscheidet sich von den anderen Göttern zur Zeit des Moses dadurch, dass er nicht sichtbar ist. Von Gott lässt sich keine Statue, kein geschnitztes Abbild machen. Er ist nicht fassbar durch unsere menschliche Vorstellungswelt. Gott will nicht, dass sein Volk hier andere Völker nachahmt und ihn durch eine Götzenskulptur (z.B. das golden Kalb aus 2 Mo 32) anbetet. Nichts was wir im Himmel oder auf der Erde sehen können, kann Gott wirklich abbilden.

Wir heute sind nicht so sehr in der Gefahr, Skulpturen oder Bilder von Gott anzubeten. Und doch: Auch wir ’schnitzen’ uns unsere Gottesbilder. Wir pressen Gott in ein Schema und sagen so ist Gott. Auch unsere gedanklichen Gottesbilder sind von diesem Gebot betroffen. Denn auch diese Bilder machen Gott kleiner. Plötzlich haben wir nur noch einen ‘Automaten-Gott’, der uns geben soll was wir brauchen oder einen guten alten ‘Opa-Gott’ der nicht mehr ganz zurechnungsfähig ist. Viele solchen einseitigen Gottesbilder geistern in unseren Köpfen umher. Das zweite Gebot warnt uns davor, Gott kleiner zu machen als er ist.

Können wir also gar nichts über Gott sagen, wie es die negative Theologie vorgibt? Ich denke nicht. Dieses zweite Gebot will uns dazu aufmuntern Gott so zu lassen wie er ist. Gott will nicht in einem Bild, sondern in unserem Alltag wirken. Er ist zwar unsichtbar und doch in unserem Alltag erlebbar. Dazu kommt noch, dass Gott sich im Bild von Jesus Christus für uns sichtbar gemacht hat. Zwar lesen wir in der Bibel keine Beschreibung seines Aussehens aber viel über sein Wirken und sein Wesen.  Deshalb können wir durch die Bibel und besonders durch das Leben von Jesus ein Bild von Gott bekommen.

Das zweite Gebot fordert uns auf, Gott Gott sein zu lassen.


Die 10: Gottes vorausgehende Liebe

August 13, 2009

Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus (2 Mo 20, 2).

Dieser erste Satz ist nicht das erste Gebot, sondern die Einleitung in die Zehn Gebote. Die Zehn Gebote sind Teil des Bundes den Gott mit seinem Volk auf dem Berg Sinai geschlossen hatte. Viele Bibelausleger sehen Ähnlichkeiten zwischen dem Bundesschluss auf dem Sinai und anderen Bünden die zu dieser Zeit zwischen Grosskönigen und Vasallen geschlossen wurden. Auch diese Vasallenverträge hatten einen Prolog in dem zuerst der Grosskönig und die Taten die dieser König für seinen Vasall vollbrachte aufgezeigt.

Gott stellt sich hier als ein Gott vor, der sein Volk befreit hat. Er ist ein mächtiger Gott und hat seine Liebe zu seinem Volk bewiesen. In der Tat der Befreiung aus Ägypten sehen wir, dass Gott sein Volk zuerst geliebt hat und ohne Vorbedingungen befreit hat. Gott hat nicht zuerst ein Gesetz gegeben und den Menschen gesagt: „Wenn ihr diese Gebote dann einmal haltet, dann werde ich euch vielleicht befreien.“ Nein er hat die Initiative ergriffen, die Not seines Volkes gesehen und seine Leute durch sein mächtiges Eingreifen aus Ägypten gerettet.

Diese vorausgehende Liebe hat Gott uns noch auf viel grössere Weise gezeigt. Jesus Christus kam als Gottes Sohn auf diese Welt. Er lebte ein sündloses Leben. Für unsere Sünden starb Jesus auf brutale Art am Kreuz und wurde am dritten Tag von Gott dem Vater auferweckt. Durch das Sterben von Jesus können wir alle Kinder Gottes sein. Jesus befreit uns von unseren Sünden. Seine Befreiung ist bedingungslos und nicht an das halten von Gesetzen gebunden. Gott hat uns aus bedingungsloser Liebe errette. Auch für uns heute gilt. Vor allem Gesetz steht das Angebot des Evangeliums. All unsere Gesetzesübertretungen werden uns vergeben.

Wenn wir uns mit den Zehn Geboten beschäftigen, müssen wir daran denken, das Gott uns zuerst sein Liebe in der Befreiung gezeigt hat.


Die 10: Einführung in die Zehn Gebote

August 12, 2009

In der nächsten Zeit werde ich mich hier mit den Zehn Geboten beschäftigen. Die Gedanken hier sind für mich eine Vorbereitung für Bibelabende die ich halten werde.

Bevor ich mich den einzelnen Geboten widme, hier ein paar Gedanken im Voraus:

In welchem Verhältnis stehen die Zehn Gebote zum Evangelium von Jesus Christus? Haben diese Gebote für uns, die wir unter der Gnade stehen noch eine Bedeutung? Das Gesetz löst sich mit dem Evangelium nicht auf. Wenn es um unsere Rechtfertigung als Sünder geht, dann hat das Gesetz wirklich keine Bedeutung mehr. Nicht weil wir die Gebote Gottes halten, sondern allein aus Gnade werden wir gerettet.  Das Evangelium ruft uns zuerst weg vom Gesetz (verstanden als Weg zur Erlösung) zum Glauben. Dieses Freiwerden vom Gesetz beschreibt Paulus im Brief an die Galater im ganzen 3. Kapitel. Er nennt das Gesetz an dieser Stelle einen Fluch, der auf uns Menschen liegt.

Auch für uns Christen hat das Gesetz noch heute seinen Wert. Wenn wir das Heilsangebot gläubig annehmen, können wir in der Beziehung mit dem dreieinigen Gott leben. Der Beweis für das neue Leben durch das Evangelium ist gemäss 1 Joh 2,3f das Halten der Gebote. Wenn Gott in uns ist, können wir (nicht aus unserer Kraft und nicht zur Rechtfertigung vor Gott) die Gebote halten.Für Christen hat das Gesetz seine Gültigkeit. Nicht als Weg zum Heil aber als Richtschnur für ein Leben nach Gottes Willen.

Die Zehn Gebote sind also für uns eine Richtschnur für ein Leben nach Gottes Willen. Es sind nicht Verbote, weil Gott uns nichts gönnen mag sondern es sind sinnvolle Leitplanken für ein Leben in Fülle. Die Zehn Gebote bestehen genau genommen aus 8 Verboten und 2 Geboten. Sowohl die Verbote als auch die Gebote zeigen aber beide Seiten auf. Was wir tun sollen, und was wir lassen sollen.

In den Zehn Geboten wird sowohl aufgezeigt, wie wir Gott von ganzem Herzen lieben und wie wir einen liebevollen Umgang mit unseren Mitmenschen haben können. Die ersten vier Gebote regeln unsere Beziehung zu Gott und die Gebote 5. – 10. unseren Umgang mit unseren Mitmenschen. (Ich gehe hier von der reformierten Zählung der 10. Gebote aus siehe wikipedia)


Gott zeigt den Weg aus der Finanzkrise!

Januar 7, 2009

Jeder von euch muss selbst entscheiden, wie viel er geben möchte. Gebt jedoch nicht widerwillig oder unter Zwang, denn Gott liebt den Menschen, der gerne gibt. Er wird euch großzügig mit allem versorgen, was ihr braucht. Ihr werdet haben, was ihr braucht, und ihr werdet sogar noch etwas übrig behalten, das ihr mit anderen teilen könnt.
(2. Korinther 9, 7-8)

Wer am Geld hängt, wird davon nie genug kriegen, und wer den Wohlstand liebt, wird immer von der Gier nach mehr getrieben werden. (Prediger 5, 9)

Vielleicht ist der Titel  ein wenig provokativ. Aber ich bin überzeugt, dass wir (und die Topmanger) viel von der Bibel im Umgang mit Geld lernen können. Einige Punkte sind:

  1. Genügsamkeit: Zufrieden sein mit dem was man hat. Nicht immer nach mehr streben!
  2. Grosszügigkeit: Wer freudig anderen gibt, nimmt die Verantwortung war, die uns das Geld gibt und wird dafür von Gott belohnt. Falls du das nicht glaubst -> Stell Gott auf die Probe und versuch es einmal. Gott verspricht dir, dass du sogar noch etwas übrig behalten wirst, wenn du freudig gibst.
  3. Geld kann niemals Sicherheit geben! Nicht Geld ist deine Sicherheit sondern Gott. Es gab Zeiten in denen wir das in der Schweiz noch begriffen haben. Denn auf dem Fünfliber steht: Dominus providebit: Gott sorgt vor!

Umgang mit Geld: Lügen die wir glauben?!

Januar 6, 2009
  1. Geld hat nichts mit meinem Glauben zu tun!
    Jesus spricht unglaublich oft vom Geld. Mehr als vom Himmel, Gebet, etc. Habgier ist die am meisten genannte Sünde im Neuen Testament!
  2. Geld macht glücklich! und: Je mehr desto besser!
    Wenn wir die Reichen unserer Zeit ein wenig beobachten, macht Reichtum nicht glücklich. Dennoch streben wir alle danach.
  3. 10 % meines Geldes gehören Gott; die anderen 90 % mir!
    Nirgends im Neuen Testament wird der sogenannte Zehnte wiederholt. Paulus fordert die Heidenchristen nirgends auf den Zehnten zu geben. Vielmehr gehört alles Gott. Wir sind als Verwalter eingesetzt. Anstatt des Zehnten sagt Paulus (2 Kor 9, 7): Gib Geld nicht aus Zwang und unfreiwillig. Gott liebt den fröhlichen Geber!
  4. Gott will mir meinen Besitz wegnehmen!
    Vorhin sagte ich: Alles gehört Gott! Trotzdem will Gott uns unseren Besitz nicht wegnehmen. Gott schützt sogar deinen Besitz. In den 10. Geboten sind zwei Gebote (nicht stehlen; nicht begehren deines nächsten Hab und Gut) zum Schutz des Besitzes. Auch im NT wurde niemand gezwungen alles zu geben.

Tu, was sich gerade ergibt!

September 9, 2008

Und der Geist des HERRN wird über dich kommen, dass du mit ihnen in Verzückung gerätst; da wirst du umgewandelt und ein anderer Mensch werden.  Wenn bei dir nun diese Zeichen eintreffen, so tu, was dir vor die Hände kommt; denn Gott ist mit dir. (1Sam 10, 6-7 Einheitsübersetzung)

Am Anfang des 10. Kapitels lesen wir, wie Samuel Saul zum König  salbt. Samuel spricht danach zu Saul und sagt ihm verschiedene Zeichen voraus, die auf seinem Heimweg geschehen werden. Diese Zeichen sollen Saul Gewissheit geben, dass er der von Gott auserwählte König der Israeliten sein wird. Als letztes Zeichen wird er einer Gruppe von Propheten begegnen die  in prophetischer Verzückung sind. Dies Verzückung wird auf Saul kommen und ihn zu einem anderen Menschen machen. Der Geist Gottes wird Saul zu einem Menschen umwandeln, der als König von Israel regieren kann. Samuel gibt Saul eine gewaltige Ermutigung für seine Aufgabe als König: Nach dieser Umwandlung durch den Geist, soll Samuel tun, was in seine Hände kommt, Gott wird bei ihm sein.

Diese Zusage Gottes gilt auch uns. Auch wir werden durch den Heiligen Geist in einen neuen Menschen umgewandelt. Seit Pfingsten wohnt der Heilige Geist in allen die sich für ein Leben mit Jesus entscheiden. Gottes Zusage gilt uns: Wir dürfen tun, was uns in die Hände kommt, Gott ist mit uns und hilft.

Diese Zusage macht mir Mut. Oft habe ich Angst das Falsche zu tun und zögere deshalb. Gott hat mir heute gezeigt, dass ich einfach anpacken darf ohne Angst zu haben. Weil der Geist Gottes in mir lebt, werde ich nicht das falsche tun. Gott ist mit mir!


Was man nicht alles aus der Bibel erfahren kann …

März 11, 2008

… Mose soll angeblich die Zehn Gebot im Drogenrausch empfangen haben. Dies glaubt zumindest ein Psyochologe und findet in der Bibel sogar Beweise dafür. Hier mehr darüber.

Mir scheinen nur die Gebot sehr nüchtern für einen Drogenrausch …