Essen ohne zu sehen

Am Samstag war ich gemeinsam mit meiner Frau in der Blinden Kuh in Basel. Dies ist ein Restaurant in dem man in völliger Dunkelheit isst. Das Essen dort ist ein sehr besonderes Erlebnis.

Bereits bevor man in den dunklen Bereich eintritt muss man sein Menu auswählen sowie Natel, Uhren und alles was leuchten könnte in ein Schliessfach versorgen. Danach wird man vom Servierpersonal - alle die im Service arbeiten sind blind - abgeholt und an den Platz geführt. Im Lokal ist es wirklich stockdunkel und man sieht auch nach einer Stunde nichts.

Es ist ein sehr spannendes Erlebnis, einmal ohne etwas zu sehen zu essen. Bei jeder Gabel die man in den Mund führt, kommt die Überraschung was auf der Gabel war. Hier merkt man deutlich, dass das Auge wirklich mit isst. Denn das Essen schmeckt in der Dunkelheit irgendwie anders.

Sehr spannend ist auch die Umgebung. Man weiss nicht genau wo man sitzt und wo es noch andere Gäste hat. Während des Essen kamen an unseren Tisch noch zwei weitere Gäste. Da man diese auch nicht sieht, macht man sich automatisch ein Bild, von deren Aussehen und Art. Die Kommunikation ohne zu sehen ist ohnehin schwierig, aber mit Fremden fast unmöglich. Deshalb ignorierten wir uns und sprachen obwohl wir direkt nebeneinander sassen kaum zusammen.

Ohne zu sehen sind wir als Sehende einfach verloren. Ohne Hilfe der blinden Kellner hätten wir nur sehr schwer wieder aus dem Lokal gefunden. Mir wurde an diesem Abend bewusst, was für ein grosses Geschenk das Augenlicht ist.

Eine Antwort hinterlassen

  • Meine Tag's

  •  

    April 2008
    M D M D F S S
    « Mär   Mai »
     123456
    78910111213
    14151617181920
    21222324252627
    282930  
  • RSS Mein Blog