Die erste Person in der Bibel, die ich als Vorbild nennen will, ist Johannes Markus. Er ist ein Judenchrist aus Jerusalem mit griechischen Wurzeln (Markus ist ein griechischer Name). Wir lesen in der Apostelgeschichte von ihm, dass er mit Paulus und Barnabas mit auf die erste Missionsreise geht. Doch unterwegs bekommt er kalte Füsse und verlässt in Perge (in der heutigen Türkei, nahe Antalya) die Beiden und kehrt heim (zu Mama
). Was ihn genau zur Umkehr bewog, wissen wir nicht. Aber er versagte.
Paulus sah in Markus vorerst einen Versager. Als es nähmlich darum ging, eine zweite Missionsreise zu planen wollte Barnabas den Johannes Markus wieder mitnehmen. Paulus weigerte sich und trennte sich deshalb von Barnabas. Paulus wählte sich Silas als seinen neuen Begleiter. Barnabas aber (der wahrscheinlich der Cousin von Markus war) vertraute ihm und ging mit ihm nach Zypern.
Danach verliert sich in der Bibel die Spur von Markus. Dass Markus nicht der ängstliche Versager blieb lesen wir im
1. Timotheusbrief. Paulus schrieb Timotheus folgendes: Bring Markus mit; er kann mir gute Dienste leisten. (2 Tim 4.11)
Mehr erfahren wir aus der Bibel über Johannes Markus nicht. Es gibt aber aus anderen Quellen der Geschichte noch einiges über Markus zu berichten. Papias (ca. 130 n. Chr.) nennt Markus den Reisebegleiter und Dolmetscher von Petrus. Weiter berichtet er, dass Markus das nach ihm benannte Evangelium aufgeschrieben hat. Andere Kirchenväter berichten, dass Markus später der Gründe der christlichen Gemeinde in Antiochia war. Es wird auch berichtet, dass Markus in Antiochia als Märtyrer für seinen Glauben an Jesus Christus starb.
Wieso ist Johannes Markus für mich ein Vorbild? Auch als ängstlicher Mensch, konnte er von Gott gebraucht werden. Trotz seines Versagens in Perge gibt er nicht auf. Markus schaut nicht auf seine Schwächen und auf sein Versagen sondern er geht seinen Weg mit Gott. Auch ich will als oftmals ängstlicher Mensch meinen Weg mit Gott gehen. Wenn ich versage, darf ich wissen dass Gott mich trotzdem brauchen kann. Gott gibt eine zweite Chance!

