Hanna: Eine treue Prophetin!

Oktober 22, 2007

Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
(Lukas 2, 36 - 38)

Nur Lukas berichtet von der Prophetin Hanna. Es fällt auf, dass Einzelschicksale Lukas mehr interessierten als die anderen Evangelisten. Über Hanna erfahren wir in diesem kurzen Bericht einiges:

  • Hanna war bereits eine sehr alte Frau. Wie alt sie war, ist nicht ganz klar. Die meisten Bibelübersetzungen geben ein Alter von 84 Jahren an. Nur die Gute Nachricht und Theodor Zahn (Kommentar zum Lukasevangelium) gehen davon aus, dass sich die 84 Jahre auf ihre Witwenschaft beziehen. Somit wäre sie, auch wenn sie schon mit 15 geheiratet hätte und 7 Jahre verheiratet war, schon 106 Jahre alt.
  • Hanna lebte in einer für Israel schwierigen Zeit. Ca. 64 v. Chr. wurde Jerusalem von den Römern durch Pompejus erobert. Durch diese Eroberung endete die Herrschaft der Hasmonäer (welche Israel im makkabäischen Freiheitskampf von der fremden Herrschaft befreiten). Für die frommen Juden war die Eroberung durch die Juden ein Gräuel, vor allem weil Pompejus in Jerusalem den Tempel bis in das Allerheiligste betrat und ihn somit entweihte.
  • In diese schwierigen Zeit für Israel, lebt Hanna als Witwe, da ihr Mann schon nach 7 Jahren Ehe starb. Witwen hatten in dieser Zeit einen schwierigen Stand. Sie waren darauf angewiesen, dass die Juden die Gebote Gottes hielten und ihre Witwen gut versorgten.
  • Hanna diente nach dem Tod ihres Mannes im Tempel. Je nachdem welches Alter man annimmt zwischen ca. 60 - 84 Jahre. Der grösste Teils ihres Lebens war sie im Tempel und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
  • Hanna wird eine Prophetin genannt. Ich denke nicht weil sie grosse prophetische Reden im Tempel hielt, sondern weil sie einen prophetischen Lebensstil hatte und weil sich Worte von ihr als Prophetien erwiesen. Hanna hatte eine sehr enge Beziehung zu Gott und hörte deshalb das Reden Gottes.
  • Wie vorher Simeon erkannte auch Hanna: Dieses Kind ist der verheissene Messias. In den vielen Jahren im Tempel hoffte und flehte sie zu Gott, damit er das Volk und Jerusalem bald erlösen möge.
  • Als Hanna das Kind sah, behielt sie die gute Botschaft nicht für sich. Sie erzählte allen, die sich nach der Erlösung Jerusalems sehnten von diesem Kind.

Auch für uns heute soll Hanna ein Vorbild sein.

  • Erstens im Durchhalten und geduldig sein. Hanna war wie die Witwe im Gleichnis von Jesus in Luk 18. Sie war seit Jahren am Beten und Fasten. Haben auch wir soviel Geduld und Durchhaltewillen beim Beten und Fasten? Oder muss Gott für uns alles sofort machen?
  • Zweitens ist Hanna ein Vorbild, wie sie die gute Botschaft weitergab. Hanna erzählte allen, die sich nach dem Messias sehnten vom Jesuskind. Bin ich auch bereit, den Menschen die Sehnsucht nach Erlösung haben vom Erlöser zu erzählen?
  • Drittens: Auch beeindruckend für mich ist, wie Hanna trotz ihres Alters und trotzdem dass sie als Witwe eine Aussenseiterin war, das Beste aus ihrer Situation machte.

Zacharias: Ein Mann Gottes!

Oktober 18, 2007

Von Zacharias lesen wir in der Bibel einzig im Lukasevangelium. Zacharias ist ein Priester, ein Nachkomme Aarons. Lukas schreibt positiv über das Ehepaar Zacharias und Elisabeth. Beide lebten so, wie es Gott gefällt. Sie hielten sich streng an die Gebote und Weisungen Gottes.

Trotzdem gab es im Leben des Zacharias Schwierigkeiten. Er hatte keine Kinder, da seine Frau Elisabeth unfruchtbar war. Kinderlos zu sein, war in dieser Zeit ein Schande und wurde von den Menschen oft als Strafe Gottes angesehen. Kinderlose Paare waren Aussenseiter.

Was mich an Zacharias beeindruckt, ist sein Durchhalten. Tortz des Schwierigkeiten in seinem Leben verbitterte er nicht. Zacharias diente als Priester gemäss der Vorschriften. Eines Tages wurde durch das Los ausgewählt, das Rauchopfer darzubringen. Hier begegnete ihm ein Engel Gottes. Dieser Engel brachte die gute Botschaft: “Deine Frau Elisabeth wird ein Kind bekommen. Nennt das Kind Johannes (der Herr ist gnädig).”

Die Reaktion von Zacharias ist mir sympatisch. Er steht zu seien Zweifeln. Schliesslich sind er und seine Frau schon alt. Sympatisch, weil er zu seinen Zweifeln steht. Aber die Zweifel sind auch ein Zeichen eines zu kleinen Glaubens.

Weil Zacharias nicht glaubte, ist er zur Strafe stumm bis zur Geburt von Johannes. Was einerseits eine Strafe für den Unglauben ist, ist andererseits ein Zeichen für Zacharias, dass die Worte des Engels in Erfüllung gehen. Gott ist gnädig zu ihm.

Von Zacharias kann ich lernen, Grosses von Gott zu erwarten. Er kann mehr als mir vorstellen kann. Gottes Möglichkeiten übersteigen das menschlich Mögliche. Wo schaue ich mehr auf die Hindernisse, als auf die Verheissungen von Gott?

Gott ist gnädig mit Zweiflern. Er lässt mich in meinen Zweifeln nicht fallen. So wir er auch Zacharias nicht fallen lies. Denn auch wenn Zacharias bestraft wurde, gab Gott ihm Gewissheit und erfüllte dazu noch sein Gebet. Auch heute haben wir einen Gott der gnädig ist!

Der Herr hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gnädig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit, mit der ich in den Augen der Menschen beladen war. (Elisabeth in Luk 1, 25)


Meine Beziehung zu Burma

Oktober 12, 2007

Was momentan in Burma abläuft beschäftigt mich sehr. Während eines Kurzzeit-Missionseinsatz mit der Jüngerschaftsschule FACTory war ich eine Woche in Burma. Mir ist dieses Land ans Herz gewachsen.

Wir besuchten in diesem Land verschieden kleine Dörfer im Shan State und organisierten jeweils ein Kinderprogramm. Abends predigten wir in verschiedenen Kirchen die es in der Stadt hatte in der wir untergebracht waren.

Von der Verfolgung und Unterdrückung der Menschen bekamen wir gar nicht so viel mit. Falls uns jemand fragte, wieso wir in diesem Land sind, mussten wir antworten dass wir Studenten sind die Urlaub machen. Auch in den Kirchen merkte man manchmal, dass die Leute Angst vor Spizeln der Regierung hatten. Die Armut des Landes war aber augenscheinlich. Wenn man von Thailand nach Burma kommt, ist man wie in einer anderen Welt. Die Menschen in Burma besitzen sehr wenig.

Eine besondere Bedeutung hat dieses Land für mich auch, weil ich dort das erste Mal predigte. Die Predigt handelte von David und Goliath. Besonders war auch, dass ich in Englisch (eine Sprache die ich mehr schlecht als recht beherrsche) predigte und ein Übersetzer danach in Shan übersetzte.

Die Christen in Burma haben es als Minderheit sehr schwer. Deshalb ist es wichtig, dass wir für sie beten. Die Regierung scheint in diesem Land für die unterdrückten Minderheiten wie ein Goliath. Betet mit mir, dass Gott den Menschen dort Frieden und Freiheit schenken kann.

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Wieso ich die Initiative gegen Minarette nicht unterschreibe

Oktober 8, 2007

Als erstes: Ich bin nicht dafür, dass in der Schweiz Minarette gebaut werden, da ich glaube, dass diese zur Ausübung des moslemischen Glaubens nicht notwendig sind.

Aber: Ein Verbot von Minaretten ändert nichts. Die Moslems erhalten durch ein Minarette nicht mehr Macht. Das Verbot von Minaretten ist Symptombekämpfung. Die radikalen Auswüchse des Islams werden durch dieses Verbot nicht eingschränkt sondern eher noch geschürt. Dazu kommt, dass ein solches Verbot nicht in die Bundesverfassung gehört und aus meiner Sicht auch völkerrechtlich bedenklich ist. Sehr schwach ist das Argument, wir dürften in einem islamischen Land auch keine Kirchtürme bauen. Wollen wir als Christen mit den moslemischen Massstäben rechnen?

Als Christen ist es nicht primär unser Auftrag Sachen zu bekämpfen sondern positiv in Erscheinung zu tretten. Mein Anliegen ist es, dass wir als Christen nicht vor allem damit auffallen, dass wir gegen etwas sind, sondern dass wir uns konstruktiv und positiv für unser Land einsetzen.

Es ist meine Aufgabe, einem Moslem vorzuleben, dass das Christentum etwas Positives ist und nicht einfach nur eine Privatsache über die man nicht spricht.

Im Positionspapier der EVP zur Minarettinitiative schreibt Walter Donzé: Zu guter Letzt: Muslime nehmen ihren Glauben ernst. Sie sind erstaunt, dass in der Schweiz Religion zur Privatsache erklärt wird. Sie warten darauf, dass ihnen Christen das Evangelium erklären. Das tun wir glaubhaft nicht durch Ausgrenzung, sondern durch Taten der Nächstenliebe. Wagen wir es!

Wer sich selbst eine Meinung bilden will, findet hier Argumente der Initivbefürworter und hier der Gegner.


Free Burma!

Oktober 4, 2007


Free Burma!


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